Bund fördert Umweltprojekt der Walzwerke Nachrodt
Der Bund fördert moderne Umwelttechnik im märkischen Sauerland
10.02.10 Westfälische Rundschau
Rund 780 000 Euro werden aus dem Umweltinnovationsprogramm für ein Pilotprojekt der Walzwerke Einsal GmbH in Nachrodt zur Verfügung gestellt.
Das Unternehmen wird durch den Einsatz einer energieeffizienten und Ressourcen schonenden Umformtechnologie jährlich 327 Tonnen CO2 und 150 Tonnen Stahl einsparen. „Die Projektierung und die Anlagenkonfiguration sind soweit abgeschlossen”, beschreibt Dr. Klaus Braag, Technischer Werkleiter, den Planungsstand.
Über zwei Millionen Euro investieren die Walzwerke in die Neugestaltung der Umformtechnologie. Dr. Klaus Braag: „Wir versprechen uns eine erhebliche Energieeinsparung.” Natürlich öffne sich das Traditionsunternehmen mit dem neuen Verfahren neuen Anwendnungsfeldern. Ziel ist die Gewinnung neuer Kunden, beispielsweise im Bereich der Energietechnik oder im allgemeinen Maschinenbau.
Innovative Lösungen gefragt
„Wir können unseren Energieverbrauch nur reduzieren, wenn wir die enormen Potenziale im Bereich der Energieeffizienz endlich nutzen”,erklärt Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU). Dazu könnten innovative technologische Lösungen, wie sie bei der Walzwerke Einsal GmbH eingesetzt würden, einen Beitrag leisten.
Das Nachrodter Unternehmen ist ein mittelständischer Familienbetrieb, der neben Warm- und Kaltwalzprodukten blankgezogenes Flach- und Vierkantmaterial sowie Sonderprofile nach Kundenvorgaben aus Walzdraht und Stabstahl fertigt. Die Produkte werden im Kraftwerksbau, in der Automobilindustrie, der Medizintechnik und der Bauindustrie eingesetzt.
Beim klassischen Umformprozess wird das Material in einem 70 Grad Celsius heißen Tauchbad erwärmt, mit einem Ziehhilfsmittel behandelt und dann mit hoher Kraft durch eine Form gezogen. Dieser Prozess ist mit einem hohen Energieverbrauch verbunden. In Zukunft wird das Material elektrisch induktiv erwärmt. Dies erlaubt eine zeit- und punktgenaue Temperierung der Werkstücke.