Walzwerke Einsal: ″Weiteres hartes Jahr″
19.11.2009 · Von Peter von der Beck
2010 wird für die Walzwerke Einsal wohl ″ein hartes Jahr″. Da nimmt Dr. Bodo Reinke, Geschäftsführer der Walzwerke Einsal, kein Blatt vor den Mund. Und man plant auch wieder Kurzarbeit zu beantragen, da sei bereits mit dem Betriebsrat gesprochen worden. Das Unternehmen scheint dabei krisenfest aufgestellt. Denn: ″Entlassungen sind nicht geplant″, sagte Reinke am Mittwoch auf Nachfrage.
Und Reinke bleibt optimistisch: ″Wir planen langfristig und dabei werden wir unsere Investitionen nicht aus den Augen verlieren″. So hat die Führungsmannschaft der Walzwerke auch neue Kundengruppen im Visier und neue Werkstoffe sollen entwickelt werden. Vor dem Hintergrund des internationalen Wettbewerbs müsse der Vorsprung nicht nur verteidigt sondern auch ausgebaut werden. Denn die Konkurrenz schlafe nicht. Deshalb sollen sich die Walzwerke in zehn Jahren deutlich weiter entwickelt haben, betonte Geschäftsführer Bodo Reinke.
Dass die Walzwerke Einsal seit längerem Kurzarbeit machen, muss in der Doppelgemeinde durchaus registriert werden. Es hat wirtschaftliche Konsequenzen. Aus Bankenkreisen war demnach zu erfahren, dass man angesichts der kurzarbeitbedingten geänderten Einkommenverhältnisse mit manchen Privatkunden neue Vereinbarungen getroffen habe.
Gleichwohl betonte man, dass natürlich ″nicht nur bei den Walzwerken″ kurz gearbeitet werde, sondern auch in anderen Firmen. Eine weitere Beobachtung: Um das fehlende Einkommen auszugleichen, werde zudem Erspartes häufig aufgelöst, auch würde so manche Altersversorgung nun verfrühstückt, hieß es weiter. Bei manchen Einzelhandelsgeschäften ist der Umsatz rückläufig. Eine Kioskinhaberin musste nach eigenen Angaben sogar aufgeben, weil die Leute eben an den kleinen Luxus-Produkten des Alltags gespart hätten. Hintergrund ist eben (auch) Kurzarbeit.